Der regulatorische Druck nimmt weltweit zu
Gesetzliche Regulierung ist einer der wichtigsten Treiber für den Übergang zu PFAS-freien Materialien. Weltweit sind wesentliche PFAS-Untergruppen bereits im Stockholmer Übereinkommen zur Beschränkung oder Eliminierung aufgeführt. In der Europäischen Union wird die "Packaging and Packaging Waste Regulation" (PPWR) PFAS in Lebensmittelverpackungen ab dem 12. August 2026 über festgelegte Grenzwerte hinaus verbieten. Parallel dazu könnte ein umfassender Beschränkungsvorschlag, der der Europäischen Chemikalienagentur vorgelegt wurde, bereits 2026 zu einem weitreichenden Verbot der Herstellung, des Verkaufs und der Verwendung von PFAS führen.
Ähnliche Entwicklungen sind weltweit zu beobachten. In den Vereinigten Staaten sind bestimmte PFAS seit Februar 2024 in Lebensmittelverpackungen verboten, und mehrere Bundesstaaten haben bereits ihre Verwendung in Konsumgütern untersagt. Kanada hat Anfang 2025 PFAS-Vorschriften für Lebensmittelverpackungen eingeführt, während in China bestimmte Stoffe wie PFOA und PFOS Beschränkungen unterliegen.
Auch die Industrie reagiert proaktiv. Unternehmen wie 3M haben beschlossen, die PFAS-Produktion bis Ende 2025 einzustellen, und führende globale Lebensmittelmarken – darunter McDonald's, Burger King und Starbucks – haben sich öffentlich dazu verpflichtet, PFAS aus ihren Lebensmittelverpackungen zu verbannen.
PFAS-freie Alternativen: Der aktuelle Stand in der Branche
Als Reaktion auf den wachsenden Druck haben Rohstoffhersteller begonnen, PFAS-freie Alternativen anzubieten. Der Übergang ist jedoch alles andere als einfach. Viele PFAS-freie Materialien befinden sich noch in der Entwicklung, und ihr Verhalten während der Verarbeitung unterscheidet sich erheblich von dem PFAS-haltiger Formulierungen. Die Handhabung, die Prozessstabilität und die Eigenschaften des Endprodukts können sich ändern, was ein tieferes Verständnis der Materialwechselwirkungen erfordert.
Darüber hinaus unterscheiden sich PFAS-freie PPAs chemisch von herkömmlichen Lösungen. Dadurch ist ihre Wechselwirkung mit anderen Additiven weniger vorhersehbar und die Erfahrung mit dem Langzeitverhalten der Materialien in industriellen Anwendungen ist begrenzt. Für Folienhersteller bedeutet dies, dass sie Rezepturen, Prozesse und in manchen Fällen sogar ihre Anlagen anpassen müssen, um eine gleichbleibende Qualität und Produktivität zu gewährleisten.
PFAS sind eine Gruppe synthetischer Chemikalien, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Materialeigenschaften seit Jahrzehnten weit verbreitet sind. Ihre Beständigkeit gegen Hitze, Chemikalien und Reibung macht sie für viele industrielle Anwendungen äußerst effektiv. Bei der Blasfolienextrusion sind PFAS häufig in Rohstoffen und Verarbeitungshilfsmitteln (PPAs) zu finden, wo sie dazu beitragen, den Durchsatz zu steigern, die Oberflächenqualität zu verbessern, die Gelbildung zu verringern und Schmelzbrüche oder Ausflockungen zu verhindern.
Gleichzeitig sind diese Substanzen extrem langlebig. PFAS werden in der Umwelt nicht leicht abgebaut, können sich in lebenden Organismen anreichern und sind mit potenziellen Gesundheitsrisiken verbunden. Daher gelten PFAS heute als globales Umweltproblem. Viele Unternehmen – insbesondere große Lebensmittel- und Konsumgütermarken – müssen PFAS in ihren Produkten und Verpackungen reduzieren oder vollständig eliminieren.
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Kürzere Standzeiten und häufigere Reinigungszyklen
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Erhöhte Verunreinigung der Siebwechsler
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Zusätzlicher Aufwand für die Rezeptentwicklung und Prozessoptimierung