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03.05.2024
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NPE 2024: Reifenhäuser präsentiert Lösungen für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Produktivität

Technologie

Die Reifenhäuser Gruppe wird auf Amerikas größter Kunststoffmesse NPE 2024 vom 6. bis 10. Mai in Orlando (Florida, USA) vertreten sein. Unter dem Reifenhäuser-Motto "The Time is Now" zeigen die Extrusionsspezialisten Lösungen für die Folienherstellung. Im Fokus stehen dabei die großen Themen der Kunststoffindustrie: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Produktivität (Stand W6751).

Die Highlights reichen von Produktionssystemen für voll recycelbare Barrierefolien über EFSA/FDA-konforme Lebensmittelkontaktfolien aus 100 Prozent Rezyklat bis hin zu leistungssteigernden Komponenten und Digitalisierungslösungen. Reifenhäuser stellt außerdem seinen nordamerikanischen Vertriebs- und Kundenservice vor, der ein lokales Projektmanagement, technischen Support, ein versandfertiges Ersatzteillager sowie eine Produktionsstätte in den USA für die bekannten und hochverschleißfesten Reiloy Schnecken und -Zylinder umfasst.

„Wir freuen uns, auf der NPE sowohl unsere Dienstleistungen für den amerikanischen Markt als auch das globale Portfolio der Reifenhäuser Gruppe zu präsentieren. Unser Ziel ist es, Kunststoffherstellern Know-how und sofort umsetzbare Lösungen zu bieten - um Herausforderungen in Chancen zu verwandeln“, erklärt Steve DeSpain, Vice President Reifenhauser Incorporated.

Nachhaltigkeit als Motor für den Erfolg

Nachhaltigkeit kommt nicht nur der Umwelt zugute. Kunststoffhersteller, die jetzt in die richtigen Produktionstechnologien investieren, können sich auch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Der Einsatz der patentierten EVO Ultra Stretch Reckeinheit von Reifenhäuser ermöglicht Blasfolienherstellern die Produktion von All-PE-Monofolien - z.B. für Barriere-Lebensmittelbeutel. Die notwendige Barrierewirkung wird mit einem EVOH-Anteil von weniger als fünf Prozent erreicht und erfüllt damit alle Anforderungen an eine vollständige Recyclingfähigkeit. EVO Ultra Stretch erhöht die Barrierewirkung des EVOH und reduziert damit den notwendigen EVOH-Anteil bei gleichbleibender Barrierewirkung. Die All-PE-Monofolie kann problemlos weiterverarbeitet und konfektioniert werden. Dank der patentierten Position der Reckeinheit direkt im Abzug der Blasfolienanlage wird die Folie zum idealen Zeitpunkt und mit der ersten Hitze gereckt, was den Prozess besonders effizient und stabil macht.

Reifenhäuser EVO Ultra Stretch ermöglicht die Herstellung von Monomaterialverbunden (All-PE-Folie) für vollständig recycelbare flexible Barriere-Verpackungen.

Mit der EVO Fusion Technologie bietet Reifenhäuser Blasfolienherstellern eine weitere Technologie, die völlig neue Möglichkeiten für die Verarbeitung jeglichen Recyclingmaterials - auch niedrigste Qualitäten - sowie Produktionsabfälle wie PET/PE-Folien zu verkaufsfähigen Blasfolien schafft. Um PET und PE nach dem Aufschmelzen trotz chemischer Unverträglichkeit wieder zu verbinden, nutzt die Anlage die Doppelschneckentechnologie, die die Bestandteile des Eingangsmaterials wesentlich besser aufbricht und verteilt als Einschneckenextruder. EVO Fusion ermöglicht außerdem die Entgasung von Druckfarbenbestandteilen. Doppelschneckenextruder bieten eine deutlich größere freie Oberfläche in der Ausgasungszone als Einschneckenextruder. Die Oberfläche wird zudem schneller erneuert, so dass eine hohe Entgasungsleistung erreicht wird. Sie ist ausreichend, um die Bestandteile von Druckfarben vollständig zu entfernen.

EVO Fusion ermöglicht es Blasfolienherstellern, leicht verfügbare, kostengünstige Rezyklate, Folienabfälle und sogar bedruckte Laminate direkt als Rohmaterial zu verwenden.

Im Bereich der Flachfolien stellt Reifenhäuser auf der NPE seine EFSA/FDA konforme PET Sheet-Anlage vor. Mit diesem Produktionsverfahren kann PET-Recyklat ohne Vortrocknung direkt zu lebensmittelsicheren Folien verarbeitet werden. Das Verfahren erfüllt sowohl die Kriterien der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) als auch die der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Das Verfahren nutzt einen gleichlaufenden Doppelschneckenextruder und ein speziell entwickeltes Hochleistungs-Vakuumsystem, das es den Herstellern ermöglicht, PET-Recyclingmaterial direkt zu verarbeiten. Die Verarbeiter sparen damit die Investition in eine zusätzliche Anlagenkomponente und vermeiden zusätzliche Energie- und Wartungskosten, was zu erheblichen Einsparungen führt. Auch schnelle Material- und Produktwechsel sind möglich, zum Beispiel zwischen Post-Consumer-PET-Flaschenabfällen (PCR), post-industriellen PET-Produktionsabfällen (PIR) und neuem PET. Das Endprodukt, z. B. eine Fleischschale, erfüllt die höchsten Hygienestandards und kann gemäß den behördlichen Kriterien sicher im direkten Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden.

Reifenhäuser PET-Folienanlagen produzieren nachhaltige PET-Folien aus bis zu 100 Prozent PET-Flaschenmahlgut für den direkten Lebensmittelkontakt (gemäß EFSA/FDA).

Von der Digitalisierung profitieren

Reifenhäuser verfolgt den Ansatz, dass Hersteller von Kunststoffextrusionsanlagen - unabhängig von der Unternehmensgröße - von der Digitalisierung profitieren sollen, ohne sich in die Abhängigkeit von Spezialisten, Systemen oder Anbietern zu begeben. Kern der digitalen Lösung von Reifenhäuser ist der sogenannte c.Hub, eine Middleware, die den sicheren Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Systemen, Anwendungen, Extrusionsmaschinen und Anlagensteuerungen gewährleistet. Dazu gehören sowohl Reifenhäuser-Systeme als auch Fremdsysteme. Der c.Hub wird zum Single Point of Truth für alle produktionsrelevanten Daten, indem er diese zusammenführt und harmonisiert.

Damit der Kunde alle seine Anlagen in der Produktion einfach integrieren kann, bietet Reifenhäuser Out-of-the-Box-Konnektoren für die wichtigsten Industrieprotokolle. Sie ermöglichen eine schnelle und vollständige Erfassung aller Produktionsdaten. Die zugehörige Software ExtrusionOS bietet benutzerfreundliche Anwendungen und Dashboards, mit denen diese Daten überwacht, verwaltet, gespeichert und analysiert werden können. Anlagenbetreiber können so zum Beispiel den Zustand ihrer angeschlossenen Anlagen überwachen und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse optimal einstellen. Sie haben auch die Möglichkeit, definierte Schwellenwerte und KPIs zu überwachen und auf Wunsch Benachrichtigungen bei Überschreitung von Schwellenwerten erhalten. c.Hub und Extrusion OS werden von der RE: GmbH entwickelt, einem Tech-Start-up der Reifenhäuser Gruppe, das sich auf digitale Lösungen für die Kunststoffextrusions- und Verpackungsindustrie spezialisiert hat.

Die c.Hub Middleware verbindet, sammelt und harmonisiert Daten aus ERP/MES-Systemen und Anlagen sowie Peripheriegeräten unterschiedlichen Alters, Typs und Herstellers.

Das Beste aus den installierten Anlagen herausholen

Produktivität ist entscheidend für den Erfolg. Natürlich geht es um höher, schneller, weiter, um Innovation. Aber es geht auch um guten Service, gut geschultes Personal und Digitalisierung, damit Hersteller so produktiv wie möglich werden können. Reifenhäuser bietet ein breites Portfolio an Komponenten und Dienstleistungen, um seinen Kunden zu helfen, das Beste aus ihren installierten Anlagen herauszuholen.

Reifenhäuser stellt auf der NPE seine neueste Automatisierungsoption PAM (precise, autonomous, mechatronic) für Flachfolienextrusionsanlagen vor. PAM kalibriert Coextrusionsadapter und Düsen automatisch für besten Komfort, Qualität und Produktivität. Der hohe Automatisierungsgrad erleichtert die Arbeit des Maschinenführers erheblich und steigert so die Anlagenproduktivität und Folienqualität. Reifenhäuser zeigt auf seinem Stand, wie die PAM-Verstellung vollautomatisch und mechatronisch funktioniert - präzise gesteuert an einer Düse. Einmal eingestellte Rezepte können gespeichert und per Knopfdruck abgerufen werden - auch von unerfahrenen Anlagenbedienern. Auch in puncto Arbeitssicherheit bietet PAM einen entscheidenden Vorteil, da der Bediener die heißen Teile der Extrusionsanlage gar nicht erst berühren muss. Zudem ist der Energieverbrauch im Vergleich zu einem automatischen Dehnbolzensystem deutlich geringer, da die Stellantriebe nur während des Einstellvorgangs und nicht permanent mit Strom versorgt werden müssen.

Die Automatisierungsoption PAM vereinfacht den Betrieb der Anlage. Abfall und Energieverbrauch werden deutlich reduziert und Produktwechsel gelingen in kürzester Zeit.

Als besonderes Highlight wird Reifenhäuser auf der NPE erstmals Kdesign-Technologien für Blasfolien ausstellen. Kdesign ist Teil der Reifenhäuser Gruppe und bietet marktführende Technologien in den Bereichen Kühlung, Messung und Kalibrierung. Auf dem Stand werden der KARAT-Kühlring, der für höchste Leistung, geringste Folientoleranzen und einfache Handhabung bekannt ist, sowie die CENTRO-Freeze Sekundärkühlung vorgestellt. CENTRO-Freeze ist eine Sekundärkühlung gegen Verblockungseffekte, die es Blasfolienherstellern ermöglicht, ihren Ausstoß zu erhöhen und Antiblock-Additive einzusparen - insbesondere bei hohen Umgebungstemperaturen. CENTRO-Freeze wird unmittelbar vor der Flachlegung installiert und ist ein zusätzliches Kühlsystem. Die Ausblaselemente kühlen den Folienschlauch gleichmäßig über den gesamten Umfang und senken so die Folientemperatur um bis zu 16 Grad Celsius, was ein Verblocken der Folie zuverlässig verhindert. Kdesign-Kunden profitieren von über 20 Jahren Erfahrung in der Nachrüstung bestehender Blasfolienanlagen und der Ausstattung neuer OEM-Anlagen.

Mit der CENTRO-Freeze Sekundärkühlung können Blasfolienhersteller ihren Ausstoß erhöhen und Antiblockmittel einsparen.

Engineered in Germany, made in America

Die hochverschleißfesten Schnecken und Zylinder von Reifenhäuser Reiloy setzen regelmäßig Maßstäbe in puncto Qualität und Leistung. Die Komponenten sind für Reifenhäuser- und Fremdanlagen erhältlich und zeichnen sich durch eine nachweislich längere Lebensdauer, eine exakte Abstimmung auf Rohstoffe und Additive, sowie exklusive, selbst entwickelte Legierungen und prozessoptimierte Oberflächen aus. Hersteller von Spritzguss- und Extrusionsprodukten profitieren so vom besten Kosten-Nutzen-Verhältnis in der Branche. Für eine höhere Verschleißfestigkeit sorgen spezielle Eisen- und Nickelbasislegierungen, die auf das zu verarbeitende Rohmaterial abgestimmt sind. Entscheidend ist dabei die Zusammensetzung der Legierungen, denn der Verschleißschutz hängt nicht nur von der Härte der Schicht ab. Mit dem Reiloy-Produktionsstandort in Maize (Kansas) bietet Reifenhäuser schnelle Lieferzeiten und eine lokale Betreuung für die amerikanischen Märkte. Die jahrelange Erfahrung von Reiloy USA in vielen Bereichen der Kunststoffverarbeitung kombiniert mit metallurgischem Wissen ermöglicht ein umfassendes Verständnis der verfügbaren Materialien. Dieses Fachwissen ist die Basis, um die jeweils beste Lösung für die Verarbeitungsanforderungen der Kunden zu finden.

Reiloy-Schnecken und -Zylinder von Reifenhäuser setzen regelmäßig Maßstäbe im Verschleißschutz und bieten nachweislich längere Standzeiten.

Bilder: Reifenhäuser

Über die Reifenhäuser Gruppe

Die Reifenhäuser Gruppe ist mit ihren hochspezialisierten Business Units der führende Anbieter innovativer Technologien und Komponenten für die Kunststoffextrusion. Das 1911 gegründete Familienunternehmen liefert Hightech-Lösungen in die ganze Welt. Mit seinen Technologien und dem Know-how der 1.750 Mitarbeiter bildet die Reifenhäuser Gruppe das weltweit größte Kompetenznetzwerk für Kunststoffextrusionstechnologie. CEO der Gruppe ist Bernd Reifenhäuser.